TALK · 2026 · MT 13,44–46
Zwei Gleichnisse vom Reich Gottes — und davon, warum es alles wert ist.
44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. 45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Matthäus 13,44–46
Mit Gleichnissen ist es so, wie wenn ein Junge im Sandkasten unter einem großen Baum spielte. Mittags bekam er Hunger. Überall um ihn herum lagen jede Menge Sandkörnchen. Aber selbst wenn man den Sand zu einem goldgelben Sandkuchen festklopft, hat man keine Lust, ihn wirklich zu essen. Vom Baum aber waren kleine grüne Kügelchen in den Sand gefallen — sie sahen ein bisschen aus wie Smarties.
Was meint ihr, Kinder, was der Kleine gemacht hat? Das ist gaaanz schön gefährlich. Der Junge wusste das aber wohl nicht, oder er konnte nicht anders. Jedenfalls hat er sich wirklich eine in den Mund gesteckt. Geschmeckt hat es auf der Zunge nach nicht viel, und den Magen hat es auch nicht gerade gefüllt… Zumindest nicht sofort…
Ein paar Wochen später war es Zeit für die ganz normale Vorsorgeuntersuchung bei der Kinderärztin. Keine Sorge, dem Jungen ging es prächtig, aber den Eltern ließ es doch keine Ruhe, und sie vertrauten der Ärztin an, dass mit ihrem Sohn doch irgendetwas ein bisschen seltsam sei. Er läuft kerzengerade wie ein Lineal, trinkt ständig Wasser, draußen setzen sich Vögel auf ihn, und seine Köttel sahen aus wie Eicheln.
Es wurde eine ganze Reihe von Untersuchungen gemacht, Röntgen inklusive. Als die Ärzte sich das Bild ansahen, trauten sie ihren Augen nicht. Im Bauch des Jungen war ein Samenkorn gekeimt. Das Samenkorn, das er damals auf dem Spielplatz verschluckt hatte. Und in seinem Bauch gedieh es prächtig — es war zu einem kleinen, geraden, biegsamen Bäumchen herangewachsen.
…
Und das ist wirklich passiert.
…
Das passierte oft, wenn Jesus Gleichnisse erzählte.
Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
Matthäus 13,44
Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Matthäus 13,45–46
Ich habe dazu aber noch eine Million weitere Fragen. Ein paar davon spreche ich laut aus, damit ihr sagen könnt: „Das ist meine Frage“ — und dann sucht während der Auslegung in meiner Erzählung nach der Antwort darauf. Nehmt sie notfalls mit nach Hause, grabt weiter, fragt nach.
Habt ihr eure Frage? Oder könnt ihr auf alles antworten?
Das alles ist nur Dreck dagegen, dass ich Christus begegnet bin.
Ich war nur ein Lästerer, Verfolger und Frevler.
Philipper 3,8 · 1. Timotheus 1,13
JULIA:
Verleugne deinen Vater, leg ab deinen Namen
und nimm dafür mich ganz!
W. Shakespeare: Romeo und Julia
ROMEO:
Ich nehm dich beim Wort.
Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft, und will hinfort nicht Romeo mehr sein.
Ich erzähle euch eine Geschichte. Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann von seinem Opa ein Haus erbte. Die meisten Sachen ließ er wegschaffen, die Zimmer strich er neu und füllte sie mit neuen Möbeln. Nur Opas Schlafzimmer ließ er, wie es war, und nutzte es mehr oder weniger als Abstellkammer. An den Wänden standen immer noch massive Schränke voller Mäntel, an den Wänden hingen ein paar Trophäen vom örtlichen Jäger. Und in der Ecke des Zimmers ein paar Kartons voller Postkarten. Opa hatte sie sein Leben lang gesammelt, und viele mussten deutlich älter sein als er selbst. Trotzdem ließ er den kleinen Enkel großzügig darin wühlen, sie nach Tieren und Ländern sortieren… Jetzt konnte man die Kartons nicht einfach wegwerfen — es steckten zu viele Erinnerungen an Opa darin.
Eines Tages kam ein Freund zu Besuch. Die mit Ikea eingerichteten Zimmer beeindruckten ihn nicht besonders, aber Opas Zimmer begeisterte ihn. Er stürzte sich sofort auf die Kartons mit den Postkarten, setzte sich auf den Boden und blätterte darin, immer langsamer. Dann hielt er inne und ließ fallen: „Hier sind nirgends Briefmarken…“ Er schob die übrigen Postkartenkartons beiseite und legte dahinter ein Schränkchen frei. Es war voller alter Alben. Einige davon waren in Leder gebunden, und alle waren vollgestopft mit Briefmarken…
Der Kaufmann hat sie gefunden. Auch du wirst sie finden.
Der Schatz und die Perle · Mt 13,44–46 · 2026
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