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Wo sich beides überschneidetWrights grundlegende Korrektur: Der Himmel ist kein ferner Ort, an den man nach dem Tod davonfliegt. Er ist Gottes Raum, der parallel zu unserem existiert — und die Bibel ist die Geschichte davon, wie diese beiden Räume wieder zusammenfinden.
Im Alten Testament hatte Israel Orte, an denen sich beide überschnitten: den Tempel, den Sabbat, die Tora. Das waren keine Aufzüge in den Himmel, sondern Punkte, an denen der Himmel zum Greifen nah war.
Jesus hat sich dann selbst an die Stelle des Tempels gesetzt — in ihm überschnitten sich die beiden Welten vollständig. Und Gebet ist die Art, in dieser Überschneidung stehen zu bleiben: keine Flucht von der Erde, sondern die Bitte, dass der Himmel hierher hineinwächst.
Deshalb betet das Vaterunser nicht „hol uns hier raus“, sondern „dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“.
N. T. Wright: Einfach Christ (Simply Christian), Teil II · The Lord and His Prayer